Zwischen mehr Transperenz, für mehr Demokratie, einem gewissen "hauptstädtischen Schwulen-Bonus" für Klausi und einer Fixierung auf ökologische Gutmenschen-Doktrin, wurden Linkskommunisten abgestraft und angeblich Wirtschaftsliberale ins Aus gestellt. Die BerlinerInnen, die ihren Popos hoch bekamen, um zur Wahl zu gehen, haben alle "Experten" (mal wieder) überrascht.
Tja- so is Berlin, wa?! :-)
Zu aller erst möchte ich (natürlich) den PIRATEN gratulieren. Ihr habt bewiesen, dass Themen, wie mehr Transparenz im politischen Alltag, sozialpolitische Randthemen und ein konsequent unkonventioneller Wahlkampf ausreichen, um endlich den Etablierten das Fürchten zu lehren. Super gemacht! Glückwunsch...
Doch was hat dieses Wahlergebnis nun tatsächlich zu bedeuten? Und hier kommt meine persönliche Warnung an die neuen Piraten-Abgeordneten:
Nehmt euch ein Beispiel an den Anfängen der Grünen! Zu erst waren Sie euphorisch, anders und auf Konfrontation aus - doch dann, als es nach Jahren der Opposition, zur Teilnahme an Regierungspolitik kam, wurde diese Partei von der Realität derart überrascht, dass selbst hartgesottene Parteikämpfer der ersten Stunde(n), nichts anderes mehr zur Verfügung hatten, als aus dieser - nun realpolitisch Verantwortlichen - Partei auszutreten.
Es ist, wie es ist. Zu erst die große Euphorie, dann fast gelangweilte Oppositionsarbeit, verbunden mit reichlich Frust und Resignation, dann, wie oft bei der 2. Wahlperiode, die große Enttäuschung - nicht nur der Wähler - auch innerhalb der eigenen Partei.
Hier liegt die Gefahr im politischen Geschäft! Lasst euch nicht kleinspielen, achtet auf eine steigende politisch-professionelle Parteiarbeit und bitte, nehmt euren Auftrag, den ihr jetzt erhalten habt, sehr ernst. Denn nix schadet einer jungen Partei mehr, als die nachlassende Bindung zwischen Wählern und Politikern - ja, liebe Piraten, gewöhnt euch schnell dran - Ihr seid jetzt Politiker, ergo- VOLKSVERTRETER. Das ist eure Aufgabe - vertretet das VOLK und bleibt auf eurem Kurs.
Zu Klausi. Der flairbehaftete Platzhirsch, Miedenliebling und roter-Teppich-Politentertainer, ein volksnaher Egoman, der sich seit Jahren auf einen gewissen "Schwulen-Bonus" hat ausruhen können. Klar - wer würde auch so blöd sein, diese Thematik gegen Ihn zu verwenden - in einer multikulti-Stadt?!
Aber inhaltlich und zurückblickend auf die Stadtpolitik der letzten Jahre - da sind fast 2 Prozent Verlust noch relativ glimpflich... Oder?
NICHT DAS MAN MICH HIER FALSCH VERSTEHT! Ich leide nicht unter Homophobie - ich habe genug private Kontakte zu Schwulen und Lesben. Ich mag ihre unkonventionellen Ansichten und liebe Berlin auch für die wachsenden Strukturen aus diesem bunten Lebensbereich... :-)
Doch - und hier geht es um nichts anderes als normales beobachten und hinhören, konnte man in zahlreichen Gesprächen deutlich zwischen den Zeilen heraushören - Wowi würde in anderen, konservativeren, Großstädten, mit dem kokettieren seiner ihm eigenen sexuellen Präferenz wohl weniger Punkten, als hier in Berlin. Das macht den Unterschied aus und deshalb glaube ich auch nicht, dass (außer inhaltliche Diskussionen) in der SPD, gerade auf Bundesebene, eben diesem Klaus Wowereit in Bezug auf die Kanzlerkandidatenfrage - einen "Extrabonus" einbringen würde. Zur Bundestagswahl 2013 wird auch wieder gelten: Es zählt der Inhalt, nicht die Verpackung!
Dann die LINKEN. Oh man, hoffentlich verdauen Sie ihre Wahlschlappe? Sie wurden stellvertretend bestraft. Begründung: Parteiinterne Probleme, wirtschaftsferne Ideen, gebrochene Wahlversprechen und eben eine disaströse Haushaltspolitik in der letzten Dekade. Hallo - 63 Mrd Miese!!!
Das war zu viel für die vielen Protestwähler der letzten Wahlen - da gab es heute eben andere, glaubhaftere Allternativen!
Oder die GRÜNEN samt ihrem Bündnis. Sie haben zwar die Ergebnisse weiter verbessern können, jedoch sah die Prognose ja mal ganz anders aus. Glaubt man den Beteuerungen der Parteispitze, welche sich nur schwer tun mit dem jetzigen Wahlergebnis, eben auch der anderen Parteien, kann man den Versuchen, wieder einmal alles zu "relativieren" - nur als das einordnen, was es bei den Grünen immer war - Zweckoptimismus und klares Machtkalkühl. Die Menschen, welche die B90/Grüne gewählt haben, könnten in den nächsten Jahren bitter enttäuscht werden - gerade hier in Berlin, mit den ganz eigenen Problemen... Einfach mal abwarten.
Dann die "armen Gelben", die jetzt wohl eher kreidebleich sein dürften. Gerade mal zwei mikrige Prozent - auweia - da hatten die Bürgerinitiativen aus Berlin z.T. mehr Stimmen... Aber gut, wer solchen Politikkurs fährt, wie die Partei auch auf Bundesebene (Klientelpolitik für Besserverdiener, Hartz-IV-Bashing alias "spätrömische Dekadenz" und Pharma-Lobbying mit Rösler), dieses unheilvolle Durcheinander, geschwängert von allzu deutlichem Postengeschacher und Fehleinschätzung der Lage, in unserer Republik - tja, da braucht man sich dann nicht wundern. Pech gehabt, bzw. selbst schuld - ihr hättet auf´s Volk hören sollen, nicht nur auf eure überbezahlten Berater!
Also - die Piraten mischen das Parteienkarusell in Berlin ordentlich auf. Sie überraschen die Experten (Warum eigentlich?) und zeigen, dass man mit Volksnahen Themen, modernen Kommunikationsmitteln und etwas Kreativität, die Wähler vom eigenen Parteiprogramm überzeugen kann. Und hier liegt jetzt die Verantwortung, denn, bedingt durch den heutigen Wahlerfolg, werden bei der nächsten Wahl die Ergebnisse der entsprechenden Politik dann wieder ganz genau unter die Lupe genommen. Denkt deshalb an euer Motto (Parteiprogramm) - Klar machen zum ÄNDERN!!!
Zum Schluss noch ein Glückwunsch an die Hauptgruppe der Teilnehmer dieses demokratischen Prozesses - beim nächsten Mal sollten vlt. mehr als 59% den Weg ins Wahllokal finden. Wer nix unternimmt, wird auch nichts ändern...!
Ein schönen Tag wünsch ich noch... ;-)


1 Kommentare:
Und warum wird hier nicht der NPD gratuliert?
Die haben mehr Stimmen als die FDP.
Achja, die mögen ja keine Homos.
Ups, da bin ich wohl irgendwie auf die falsche Seite gerutscht.
Na so was.
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