Freitag, 4. September 2009

Die vergessene Kommission

Kann man sich als Bürger vorstellen, dass unsere Politiker schon bereits im Jahr 2002 Informationen darüber erhalten hatten, was uns in der heutigen Realität beherrschen könnte? Nein? Ich behaupte DOCH! Aber sieh selbst. ...

Nur durch einen Zufall bin ich bei Recherchen auf einen längst "vergessenen" Bericht einer wohl ebenfalls "vergessenen" Kommission gestoßen, in dem fast "prophetisch" über die zu erwartende "Globale Entwicklung" berichtet wurde - das war im Jahr 2002.
Der Bericht liest sich wie ein Strategiepapier aus der Agenda der "Globalisierungsbefürworter" oder der "Bilderberger" - je nach dem, was einem glaubwürdiger erscheint.

Unter anderem hieß es zum Thema "Entwicklung der Finanzmärkte":

"...Insbesondere fällt die Geschwindigkeit auf, mit der Finanzinnovationen auf den Markt gebracht werden, darunter in erster Linie neue Derivate und unter diesen insbesondere die Optionen. ... Dies kann in Zeiten angespannter Marktverhältnisse (also im Verlauf von Finanzkrisen), wenn Liquidität benötigt wird, den adversen Effekt haben, dass die Bereitstellung von Liquidität nicht ausgeweitet, sondern eingeschränkt wird (Kreditklemmen). ... Die Anlagestrategien der Pensions- und Investmentfonds, besonders aber der Hedge-Fonds (s. 2-1) haben sich in den vergangenen Jahren stärker internationalisiert. ... (HF) sind führend beteiligt, und sie waren die ersten, die bei Anzeichen einer Krise aus den Märkten geflohen sind. ... In der vorherrschenden neoklassischen Interpretation werden Krisen durch makroökonomische Umwertungen seitens der Finanzanleger ausgelöst. ... Doch können sie abrupt und erratisch (chaotisch) sein und Anpassungen erzwingen, die sehr hohe soziale Kosten verursachen."

Vielleicht verwundert es auch nicht, dass bei der Ausarbeitung dieses Berichts, alle Anhörungen zum Thema "Finanzwirtschaft" in "nicht öffentlichen" Sitzungen stattgefunden hatten?
Zudem wird hier deutlich auf den "Washingtoner Konsens" eingegangen, welcher auch in der BRD letztendlich unter "Rot-Grün", nur wenige Jahre später, durchgesetzt wurde.
:

„Konsens von Washington“ steht für ein Politikkonzept, das nicht nur von IWF und Weltbank (mit Sitz in Washington), sondern auch von Institutionen der Politikberatung, der US-Regierung und international operierender Finanzinstitute propagiert und durchgesetzt wird.

Zur Politik der "Anpassung" gehören:

  • – Haushaltsdisziplin,
  • – Prioritätensetzung in öffentlichen Haushalten zu Gunsten von Bildung, Gesundheit, Infrastruktur und zu Lasten von Subventionen,
  • – Steuerreformen, um die Steuerbasis zu erweitern und die Steuersätze zu senken,
  • - hohe Zinsen, die Kapitalflucht verhindern und ausländisches Kapital anziehen,
  • – Wechselkurse, die der Wettbewerbsfähigkeit zuträglich sind,
  • – Handelsliberalisierung,
  • – Förderung des Umfeldes für ausländische Direktinvestitionen,
  • - Weitgehende Privatisierung öffentlicher Unternehmen und Einrichtungen,
  • - Deregulierung, Entbürokratisierung und Abbau staatlicher Einflussnahme,
  • – Stärkung der Eigentumsrechte durch rechtlich eindeutige Definition zur Stimulierung von Akkumulation und Wachstum.
Man bedenke hierbei nochmal, dass erst unter "Rot-Grün" im Jahr 2005, die Regeln für diese "Heuschrecken" herabgesetzt wurden - trotz der "Warnungen", welche den Politikern schon damals bekannt gewesen sein müssten! Und betrachtet man es aus heutiger Sicht - so ist wohl unumstritten, dass dieses Abkommen als "Konsens von Washington" erst die heutige "globale Finanzkrise" so richtig angeheizt hat. Wenn nicht so gar erst möglich gemacht hat?

Nun zum Thema "Entwicklung der Weltbevölkerung":

"...
Soweit eine Verlangsamung des Bevölkerungswachstums mit Verringerung der Armut und wirtschaftlicher Entwicklung einhergeht, kann dies im Ergebnis zu einer höheren ökologischen Gesamtbelastung der natürlichen Umwelt führen (sog. „Demographische Falle”). ... Das macht die Bevölkerungsentwicklung aber nicht bedeutungslos. Bevölkerungs­wachstum erhöht den Gesamtverbrauch und die sons­tige Belastung der Umwelt. ..."

Davon abgesehen das es sich wie Neusprech für "moderne Eugenik" liest, zeigt dieser Abschnitt auch deutlich warum nicht all zu viel passiert, um den Ärmsten der Armen nachhaltig zu helfen - denn man würde dann ja in die "Demographische Falle" tappen. Zynisch - nicht wahr?

Als weitere Themen werden behandelt:

Waren und Dienstleistungsverkehr, Arbeitsmarktpolitik, die globale Wissensgesellschaft, der Umgang mit Recourcen und auch sehr interessant, das "Global Governance/ die globale Regierung"!

Hierzu möchte ich nur ein bis zwei Stichpunkte anführen, quasi als "Appetit-Häppchen":

"...Ein Ausgangspunkt der Überlegungen zu Global Governance ist, dass aufgrund der gestiegenen Interdependenz (wechselseitige Abhängigkeit) zwischen Staaten – verursacht durch die zunehmend grenzüberschreitenden Auswirkungen v.a. wirtschaftlichen Han­delns – viele Probleme nicht mehr im nationalstaatlichen Alleingang gelöst werden können. ..."

"...Als besondere Herausforderungen der Globalisierung werden angesehen:

1. Schutz globaler (öffentlicher) Güter

– Schutz des globalen Klimas und der Ozonschicht, Bewahrung der biologischen Vielfalt

– Stabilität des internationalen Finanzsystems

– Globale Infrastruktur zum Schutz vor Gesundheitsgefährdungen

2. Globale Wechselwirkungen (Interdependenzen)

– Anpassungszwänge durch Standortwettbewerb, (Kosten-)Wettbewerb zwischen Sozial- und Umweltregulierungssystemen, höherer Effizienzdruck für Staatsapparate und öffentliche Bürokratien, Steuersenkungswettläufe

– Zusammenhänge von Wirtschaftskrisen, Verelendungs- und Migrationsprozessen,

– Zusammenhänge von Welthandel, Transporten und ökologischen Kosten der Mobilität

3. Globale Asymmetrien

– Verteilungsprobleme, die durch ökonomische Globalisierung verschärft werden können, die nur einen Teil der Welt negativ und existenziell betreffen und z. B. zu Armut, Wassermangel, Krankheiten in Entwicklungsländern führen, während andere Teile davon sogar profitieren.

4. Grenzüberschreitende externe Effekte /regionale Probleme

– grenzüberschreitende Probleme mit regionaler Tragweite (z. B. Grenzstreitigkeiten zwischen Indien und Pakistan);

– Emissionen von Schadstoffen (z. B. grenzüberschreitende Luft- und Wasserbelastungen)

– Migrationsursachen (Armut, politische Verfolgung, Umweltdegradation etc.)

– Organisierte Kriminalität ..."

Ja - so macht man meiner Meinung nach seit je her Werbung für eine "Neue Weltordnung" mit dem großen Ziel am Ende eine "Globale Herrschaft" zu etablieren. Nur wird in diesem Bericht oder besser noch NWO-Strategiepapier, nicht explizit auf die Organisationen, Gruppen und Personen eingegangen, welche dann die "Herrschaft" übernehmen sollen... Schade eigentlich - wenn man die Anspielungen "zwischen den Zeilen" einmal ausser Acht lässt!!!

Jetzt ist es wohl an der Zeit, diese "vergessene Kommission" beim Namen zu nennen und gleichzeitig auch auf die Quelle des Berichtes zu verweisen.

Es geht hier um die "Enquete Kommission" des deutschen Bundestages und deren Schlussbericht aus dem Jahr 2002 (Drucksache 14/9200; 12.06.2002).

---Hier zum Download---

Ich kann nur jedem empfehlen, sich diesen Bericht zu downloaden und die darin enthaltenen Informationen einmal intensiv zu analysieren - man wird staunen, mit welcher Detailgenauigkeit dort über die "zu erwartende Entwicklung" berichtet wird. Und der Bericht lässt auch Rückschlüsse auf die "noch vor uns liegende Entwicklung" zu - alles sehr aufschlußreiche "Strategien" und Vorschläge... Versprochen!